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Ollie lernen: Technik, Übungen und typische Fehler

Ollie lernen Schritt für Schritt: Fußstellung, Pop, Fußführung und Landung, dazu Übungen im Stand und im Rollen und die typischen Fehler mit Korrektur.

Veröffentlicht 28. September 2026 Aktualisiert 28. September 2026 8 Min. Lesezeit

Was beim Ollie passiert

Beim Ollie springst du mit dem Skateboard, ohne die Hände zu Hilfe zu nehmen. Das Brett hebt ab und bleibt während des Sprungs unter deinen Füßen. Dafür kombinierst du einen Sprung mit dem sogenannten Pop: Du drückst das Tail, also das hintere Ende des Boards, kurz nach unten und führst das Brett mit dem vorderen Fuß nach oben.

Die Bewegung wirkt oft wie ein einzelner Trick. Tatsächlich besteht sie aus mehreren Abläufen, die zeitlich aufeinander abgestimmt sein müssen. Erst springt dein Körper nach oben, dann schnellt das Tail auf den Boden. Während das Board steigt, gleitet der vordere Fuß über das Griptape und hilft, das Brett auszurichten.

Ein hoher Ollie ist am Anfang kein sinnvolles Ziel. Wichtiger sind ein kontrollierter Bewegungsablauf, eine stabile Landung und ein Board, das möglichst gerade unter dir bleibt. Übe auf einer ebenen, freien Fläche mit griffigem Untergrund und trage passende Schutzausrüstung. Wo der Ollie in der Reihenfolge der ersten Tricks steht, zeigt unser Ratgeber Skateboard-Tricks zuhause lernen; hier geht es um die ganze Technik.

Ollie lernen: die Grundtechnik Schritt für Schritt

1. Eine stabile Fußstellung finden

Stell dich mit beiden Füßen auf das Board. Der hintere Fuß steht mit dem Ballen auf dem Tail, der vordere Fuß ungefähr im mittleren Bereich des Decks. Die genaue Position hängt unter anderem von deiner Körpergröße und deinem Bewegungsgefühl ab. Verschiebe die Füße bei Bedarf leicht, bis du sicher stehen kannst und beide Knie locker bleiben.

Die Schultern zeigen ungefähr in Fahrtrichtung, ohne dass du dich stark verdrehst. Beuge die Knie und halte den Blick nach vorn. Wenn du nur auf das Board schaust, fällt es schwerer, den Körper ruhig auszurichten.

2. Den Sprung einleiten

Beuge die Knie etwas stärker und spring dann mit beiden Beinen nach oben. Denk daran, den Körper anzuheben, statt dich nur auf das Tail zu stützen. Der Pop kommt direkt danach: Drück das hintere Ende des Boards kurz und deutlich nach unten.

Das Tail soll nicht lange auf dem Boden schleifen. Ein kurzer Impuls reicht, damit es zurückfedern kann. Der Sprung und der Pop gehören eng zusammen. Wenn du erst das Tail nach unten drückst und viel später abspringst, bleibt das Board oft niedrig oder kommt unkontrolliert hoch.

3. Den vorderen Fuß nach oben führen

Sobald das Board steigt, gleitet der vordere Fuß schräg nach oben in Richtung Nose. Dabei streift die Schuhsohle über das Griptape. Diese Bewegung hilft, die Nose anzuheben und das Deck nach vorn auszurichten.

Es geht nicht darum, das Board mit dem Fuß kräftig hochzuziehen. Der Pop hebt das hintere Ende an; die Bewegung des vorderen Fußes führt das Brett weiter. Halte das Knie dabei gebeugt und lass den Fuß nicht seitlich vom Deck rutschen.

4. Das Board ausrichten

Wenn die Nose steigt, ziehst du die Knie weiter nach oben. Der vordere Fuß führt das Board nach vorn, während du beide Füße über dem Deck hältst. So bekommt das Brett die Gelegenheit, sich in der Luft auszurichten.

Versuche nicht, das Deck mit den Füßen gewaltsam waagerecht zu drücken. Eine ruhige Bewegung und genügend Zeit in der Luft sind hilfreicher. Bleib mit dem Oberkörper über dem Board, damit es nicht seitlich unter dir wegkippt.

5. Kontrolliert landen

Lass die Füße über den Achsen, also den Bereichen mit den Rollen, zurück auf das Deck kommen. Beuge die Knie bei der Landung, damit dein Körper die Bewegung abfedern kann. Der Blick bleibt nach vorn gerichtet, und die Schultern sollten möglichst in Fahrtrichtung bleiben.

Ein sauberer Versuch muss nicht besonders hoch sein. Wenn das Board gerade bleibt und du mit beiden Füßen wieder auf dem Deck landest, hast du die wichtigen Grundlagen geübt. Steigere die Höhe erst, wenn sich die Bewegung kontrolliert anfühlt.

Übungen für den Bewegungsablauf

Sprung ohne Skateboard

Übe zunächst den Sprung ohne Board. Beuge die Knie, spring nach oben und zieh die Beine an, ohne den Oberkörper stark nach vorn oder hinten zu werfen. So kannst du dich auf die Bewegung deiner Beine konzentrieren, bevor du Pop und Fußführung ergänzt.

Pop und Fußführung einzeln üben

Stell dich neben das Board und beobachte, wie sich das Tail bei einem kurzen Druck nach unten bewegt. Danach kannst du auf dem stehenden Board den Pop und das Gleiten des vorderen Fußes langsam zusammensetzen. Bleib dabei auf einer ebenen Fläche und halte genügend Abstand zu anderen Personen und Gegenständen.

Diese Übung dient dazu, das Timing zu verstehen. Sie ersetzt nicht den Sprung auf dem Board, hilft aber dabei, einzelne Bewegungen bewusster wahrzunehmen. Wenn das Board wegrutscht oder sich die Fußstellung unsicher anfühlt, unterbrich die Übung und richte dich neu aus.

Erst im Stand, dann mit wenig Bewegung

Beginne mit Versuchen im Stand. Sobald du das Board dabei kontrolliert unter den Füßen halten kannst, kannst du die Bewegung bei sehr geringer Rollgeschwindigkeit ausprobieren. Die zusätzliche Bewegung verändert das Timing. Deshalb ist es sinnvoll, die Geschwindigkeit erst nach und nach zu steigern. Voraussetzung ist, dass du sicher bremsen kannst.

Wähle eine Fläche ohne Gefälle und ohne Hindernisse. So kannst du dich auf den Ollie konzentrieren, statt gleichzeitig auf wechselnde Bedingungen achten zu müssen. Übe lieber einzelne saubere Versuche mit Pausen als viele Wiederholungen, wenn deine Bewegungen zunehmend ungenau werden.

Häufige Fehler und wie du sie korrigierst

Das Tail wird nur nach unten gedrückt

Wenn du dein Gewicht auf den hinteren Fuß verlagerst und das Tail kräftig nach unten drückst, springt dein Körper oft nicht ausreichend mit. Das Board hebt dann nicht gleichmäßig ab. Denk zuerst an den Sprung und setz den kurzen Pop unmittelbar danach.

Der vordere Fuß bleibt stehen

Ohne die Bewegung des vorderen Fußes steigt die Nose zwar möglicherweise an, doch das Board richtet sich häufig nicht gut aus. Übe, den Fuß nach dem Pop über das Griptape nach vorn und oben gleiten zu lassen. Achte darauf, die Sohle nicht unnötig fest auf das Deck zu pressen.

Die Schultern drehen sich weg

Drehst du den Oberkörper während des Sprungs stark zur Seite, folgt das Board oft dieser Bewegung. Richte die Schultern vor dem Versuch aus und halte den Blick nach vorn. Ein Video aus sicherer Entfernung kann helfen, eine unbemerkte Drehung zu erkennen.

Die Füße verlieren den Kontakt zum Deck

Wenn du die Beine zu früh oder zu weit auseinanderziehst, kann das Board nicht unter deinen Füßen bleiben. Zieh die Knie nach oben, aber halte beide Füße über dem Deck. Konzentriere dich zunächst darauf, das Board gerade zu halten, statt möglichst hoch zu springen.

Zu viel Höhe auf einmal erwarten

Ein niedriger Ollie ist kein Zeichen dafür, dass die Technik grundsätzlich falsch ist. Häufig fehlt noch das Zusammenspiel aus Sprung, Pop und Fußführung. Arbeite an einem Teil der Bewegung nach dem anderen und steigere die Höhe erst, wenn du das Board kontrolliert ausrichten kannst.

Sicherheit und sinnvolle Übungsbedingungen

Für deine ersten Versuche eignet sich ein ebener, freier Platz mit gutem Halt. Kies, Risse und stark unebene Stellen erschweren es, das Board zu kontrollieren. Achte darauf, dass sich keine Personen oder Gegenstände in deiner unmittelbaren Übungsfläche befinden.

Trag einen Helm sowie passende Handgelenk-, Knie- und Ellbogenschützer: Sie können das Verletzungsrisiko bei Stürzen verringern. Prüfe vor dem Üben, ob das Board sicher fahrbar ist und sich die Rollen frei drehen. Wenn du unsicher bist, lass dir die Ausrüstung und die Bewegungsabläufe von einer erfahrenen Person zeigen. Wie du bei einem missglückten Versuch fällst, ohne dich steif abzustützen, erklärt der Ratgeber Richtig fallen beim Skateboarden.

Häufige Fragen zum Ollie

Wie lange dauert es, bis ein Ollie zuverlässig klappt?

Das ist unterschiedlich und hängt davon ab, wie regelmäßig du übst und wie schnell du die einzelnen Bewegungen koordinierst. Eine feste Dauer lässt sich nicht seriös angeben. Achte lieber auf erkennbare Fortschritte bei Kontrolle und Timing als auf eine bestimmte Frist.

Kann ich einen Ollie auch mit wenig Körpergewicht lernen?

Das Körpergewicht allein entscheidet nicht darüber, ob du den Bewegungsablauf lernen kannst. Wichtig sind ein passender Pop, die Fußführung und eine kontrollierte Körperhaltung. Wenn sich das Board ungewöhnlich schwer kontrollieren lässt, kann eine erfahrene Person die Einstellung und den Zustand des Boards beurteilen.

Woran erkenne ich, dass ich für Ollies über ein Hindernis bereit bin?

Du solltest den Ollie auf freier Fläche wiederholt kontrollieren können, ohne dass das Board deutlich seitlich wegdreht. Beginne dann mit einer niedrigen, gut sichtbaren Markierung, die keine harte Kante bildet, und lass ausreichend Platz zum Üben. Wenn du bei der Bewegung noch häufig das Gleichgewicht verlierst, bleib zunächst bei Ollies ohne Hindernis.

Fazit

Um den Ollie zu lernen, brauchst du das Zusammenspiel aus Sprung, kurzem Pop und der Führung des Boards mit dem vorderen Fuß. Übe die Bestandteile zunächst in Ruhe und setze sie danach im Stand zusammen. Eine stabile Haltung und kontrollierte Landungen sind wichtiger als Höhe; mit geduldigem, schrittweisem Üben wird der Bewegungsablauf zunehmend sicherer. Weitere Ratgeber rund um Board und Technik findest du in der Rubrik Skateboards.