Griptape aufkleben – Tutorial
Griptape aufkleben – Tutorial: Anleitung Schritt für Schritt — alles, was du wissen musst.
Griptape aufkleben – Tutorial: Anleitung Schritt für Schritt — alles, was du wissen musst.
Griptape aufkleben ist einfacher als du denkst – mit der richtigen Technik hast du in 10 Minuten ein perfekt beklebtes Deck ohne Blasen oder krumme Kanten. Egal ob du dein erstes Board selbst baust oder nach einem Crash das Tape erneuern musst: Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie du professionelle Ergebnisse erzielst. Alles, was du brauchst, sind ein paar einfache Werkzeuge und etwas Geduld beim ersten Mal.
Du benötigst nur wenige Dinge für ein sauberes Ergebnis: ein Blatt Griptape (meist 33 x 9 Zoll), ein scharfes Cutter-Messer oder eine Rasierklinge, eine Feile oder einen Schraubenzieher zum Anreißen der Kanten und optional einen alten Schleifstein oder ein Stück überschüssiges Griptape zum Glätten von Blasen. Viele Skater nutzen auch einen Inbusschlüssel, um die Bohrlöcher für die Achsschrauben zu markieren.
Das Griptape selbst bekommst du entweder als Einzelblatt oder als Teil eines Komplettboards. Wenn du ein neues Deck kaufst, liegt oft schon Tape dabei – bei vielen Cruiser-Boards ist es sogar bereits aufgeklebt. Für die Erstmontage oder einen Austausch empfiehlt sich hochwertiges Tape von Marken wie Jessup, MOB oder Grizzly – es kostet zwischen 5 und 15 Euro und hält bei normaler Nutzung mehrere Monate bis Jahre.
Dein Deck muss absolut sauber, trocken und staubfrei sein – jedes Sandkorn oder Fettfleck kann später zu Blasen führen. Wische die Oberfläche mit einem leicht feuchten Tuch ab und lass sie vollständig trocknen. Falls du altes Griptape entfernst, verwende einen Föhn, um den Kleber zu erwärmen und das Tape langsam abzuziehen – Klebereste rubbelst du mit Aceton oder Nagellackentferner weg.
Lege das saubere Deck auf eine ebene, stabile Unterlage. Arbeite am besten auf einem Tisch oder auf dem Boden, nicht auf deinem Schoß – du brauchst Druck und Kontrolle beim Andrücken. Entferne alle Achsen, Rollen und Spacer, damit du freie Sicht auf die Montagelöcher hast.
Ziehe die Schutzfolie etwa 5 cm vom oberen Rand des Griptapes ab und positioniere es mittig über dem Deck – lass an allen Seiten etwa 1-2 cm Überstand. Drücke den oberen Rand fest an und ziehe dann Schritt für Schritt die restliche Folie ab, während du mit der flachen Hand von der Mitte nach außen streichst. So drückst du Luftblasen konsequent zur Seite raus.
Arbeite langsam und kontrolliert: Einmal falsch aufgesetzt lässt sich Griptape kaum noch korrigieren. Falls doch kleine Blasen entstehen, steche sie mit einer Nadel an und drücke die Luft mit einem Schleifstein oder der Rückseite eines Schraubendrehers heraus. Die meisten Blasen verschwinden durch kräftiges Reiben mit festem Druck – verwende dafür das Griffstück eines Schraubenziehers oder einen sauberen Schleifstein.
Nimm eine Feile, einen Schraubendreher oder die Rückseite deines Cutters und fahre damit in einem 45-Grad-Winkel kräftig an allen Deck-Kanten entlang. Du "zeichnest" so eine weiße Linie ins Griptape – diese Markierung zeigt dir exakt, wo die Deck-Kante verläuft. Je deutlicher diese Linie, desto präziser wird dein Schnitt.
Setze das Cutter-Messer im 45-Grad-Winkel an der Markierung an und schneide in einem Zug entlang der Kante – nicht sägen, sondern durchziehen. Halte das Messer schräg zur Deck-Oberfläche, damit du nicht in die Holzkante schneidest. Nach dem ersten Durchgang bleibt oft ein 2-3 mm breiter Überstand: Feile oder schneide diesen sauber ab. Die abgeschnittenen Streifen kannst du aufheben – sie eignen sich perfekt zum Glätten von Blasen.
| Werkzeug | Funktion | Vorteil |
|---|---|---|
| Feile | Anreißen der Schnittkante | Präzise Linie, schont das Deck |
| Cutter-Messer | Sauberer Schnitt | Scharfe Kante, kein Ausfransen |
| Rasierklinge | Feinarbeit an Ecken | Sehr präzise, für Nose/Tail |
| Schleifstein | Blasen andrücken | Gleichmäßiger Druck, glatte Oberfläche |
Drehe das Deck um und drücke von unten mit einem Inbusschlüssel, Schraubendreher oder Kugelschreiber durch die acht Montagelöcher – die Spitzen drücken sich als kleine Punkte durch das Griptape. Alternativ kannst du auch vorsichtig von oben mit einer Ahle oder einem spitzen Nagel durch die Löcher stechen.
Schneide die markierten Punkte mit einem scharfen Messer kreuzförmig ein oder bohre sie mit einer Ahle auf. Wichtig: Schneide nicht zu groß – die Löcher sollen gerade so groß sein, dass die Schrauben durchpassen. Zu große Löcher können später reißen oder Schmutz durchlassen. Viele Skater stecken die Schrauben einmal komplett durch, um die Löcher exakt zu formen, bevor sie die Achsen montieren.
An Nose und Tail, besonders bei konkaven Shapes, neigt Griptape zum Abstehen. Schneide an diesen Stellen kleine, etwa 1 cm lange Entlastungsschnitte im 45-Grad-Winkel – so kann sich das Tape besser an die Rundungen anpassen. Diese Technik nennt sich "Notching" und wird von Profis standardmäßig verwendet.
Drücke das Tape an den Ecken mit einem Feuerzeug oder Föhn an: Die Wärme macht den Kleber geschmeidiger und das Tape formbarer. Pass auf, dass du das Deck nicht verbrennst – 5-10 Sekunden sanfte Hitze reichen völlig. Danach mit festem Druck die Ecken andrücken und glattstreichen. Wenn du dein Setup komplett machen möchtest, schau dir auch passende Skate-Schuhe mit gutem Grip an – die richtige Kombination aus Board und Schuhen macht den Unterschied.
Lass das Tape nach dem Aufkleben mindestens 2-3 Stunden ruhen, bevor du die erste Session fährst – der Kleber braucht Zeit, um vollständig auszuhärten. In den ersten 24 Stunden solltest du das Board nicht in der prallen Sonne oder bei Regen liegen lassen, da extreme Temperaturen die Haftung beeinträchtigen können.
Neues Griptape fühlt sich extrem rau an und kann in den ersten Tagen deine Schuhe stark abnutzen. Das gibt sich nach etwa einer Woche Fahrzeit, wenn die oberste Körnung leicht abgetragen ist. Reinige das Tape regelmäßig mit einer alten Zahnbürste oder spezieller Grip-Tape-Bürste – so bleibt die Griffigkeit erhalten. Vermeide Wasser und aggressive Reiniger, die können den Kleber lösen.
Der häufigste Anfängerfehler ist zu schnelles Arbeiten: Wenn du die Schutzfolie komplett abziehst und dann das Tape "fallen lässt", entstehen garantiert Blasen und Falten. Arbeite immer Schritt für Schritt von einer Seite zur anderen. Ein weiterer Klassiker: zu wenig Druck beim Andrücken – das Tape muss richtig fest auf dem Deck sitzen, sonst löst es sich bei den ersten Tricks.
Viele schneiden die Kanten zu steil oder zu flach ab: Der optimale Winkel liegt bei etwa 45 Grad zur Deck-Oberfläche. Schneidest du zu steil, hast du später scharfe, überstehende Kanten, die sich ablösen. Zu flach bedeutet, dass du ins Holz schneidest und die Deck-Struktur beschädigst. Beim Markieren der Bohrlöcher gilt: Lieber zu kleine Löcher schneiden und nacharbeiten, als gleich zu groß anzusetzen.
Das hängt stark von deiner Fahrweise und Nutzungsintensität ab. Bei täglichem Cruisen auf einem Cruiser-Board hält gutes Griptape 6-12 Monate, bei intensivem Street-Skating mit vielen Tricks eher 3-6 Monate. Erkennungszeichen für fälliges Tape: glatte, glänzende Stellen, wo der Grip verloren ging, oder ablösende Kanten.
Wenn du nur cruist und wenig Fußbewegung auf dem Deck hast, kann Griptape auch 1-2 Jahre halten. Skater, die viel Flatground-Tricks fahren, tauschen das Tape manchmal schon nach 2-3 Monaten, weil die ständige Reibung die Körnung schnell abträgt. Ein Zeichen für gutes Setup: Du spürst beim Pushen sofort stabilen Halt – ähnlich wichtig wie die richtigen Rollen für raue Asphaltflächen.
Griptape ist klar ein Einweg-Produkt. Sobald du es abziehst, verliert der Acrylkleber 70-80% seiner Haftkraft – das Tape würde sich nach wenigen Sessions an den Kanten lösen. Du kannst ein noch nicht verklebtes Stück mehrmals neu positionieren, solange die Schutzfolie noch teilweise drauf ist. Sobald aber vollflächig geklebt: einmal ab, immer ab. Ein neues Jessup- oder MOB-Blatt kostet 5-10 Euro, das spart sich nicht durch Recycling-Versuche.
Bei seriösen Marken wie Grizzly, Mob oder Shake Junt ist der Grip identisch – die Farbe sitzt in der Körnung, nicht als Lackschicht obenauf. Vorsicht bei Billig-No-Name-Tapes vom Amazon-Marketplace: Hier wird oft farbiger Lack über die Körnung gesprüht, der nach 2-3 Wochen abblättert. Clear Grip (durchsichtig) hat oft 10-15% weniger Grip als schwarzes, weil die Körnung feiner ist – akzeptabel fürs Cruising, suboptimal für Tricks. Selbst bedruckte Designs (mit Schablone aus dem Tape geschnitten) funktionieren gut, solange du die Standflächen voll bedeckt lässt.
Erhitze das Tape mit einem Föhn auf höchster Stufe für 30-60 Sekunden pro Abschnitt – der Kleber wird weich, und du kannst das Tape Stück für Stück abziehen. Beginne an einer Ecke und ziehe in flachem Winkel (nicht senkrecht nach oben). Klebereste entfernst du mit Aceton, Nagellackentferner oder Bremsenreiniger und einem Spachtel. Wichtig: Nicht zu lange auf einer Stelle erhitzen, sonst löst sich der Lack vom Deck. Bei lackierten Decks vorab an einer unsichtbaren Stelle testen.
Ja, deutliche. Skateboard-Griptape hat eine Körnung von 80-100 Grit – aggressiv genug für Flip-Tricks und Ollies. Longboard-Tape liegt bei 40-80 Grit, also feiner und schuhschonender für lange Cruising-Sessions. Außerdem sind Longboard-Blätter länger (oft 36-48 Zoll statt 33), damit sie auf 40-Zoll-Decks passen. Wenn du ein Pintail-Longboard fürs Carven aufbaust, nimm bewusst feines Tape – sonst sind deine Vans nach 4 Wochen durchgeschrubbt.