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Longboard / Skateboard Griptape

Longboard / Skateboard Griptape: Anleitung Schritt für Schritt — alles, was du wissen musst.

Veröffentlicht 01. September 2024 Aktualisiert 27. Mai 2026 2 Min. Lesezeit

Griptape ist das schwarze, sandpapierartige Material auf deinem Board – und ohne es wirst du keinen einzigen Trick sauber landen. Es sorgt für den nötigen Halt zwischen Schuhen und Deck, egal ob du cruist, sliden willst oder dein erstes Board aufbaust. In diesem Guide zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Griptape richtig aufbringst, welche Fehler du vermeiden solltest und wann ein Wechsel wirklich nötig ist.

Warum brauche ich überhaupt Griptape auf meinem Longboard?

Ohne Griptape hast du null Kontrolle über dein Board. Das Material bietet die Reibung, die deine Schuhe brauchen, um bei Carves, Slides oder schnellen Richtungswechseln nicht abzurutschen. Besonders bei höheren Geschwindigkeiten oder in Kurven merkst du sofort, wenn das Tape abgenutzt ist – deine Füße rutschen weg, und die Boardkontrolle geht verloren.

Longboards werden oft mit weniger aggressivem Griptape ausgeliefert als Skateboards, weil der Fokus auf Cruisen und nicht auf Flip-Tricks liegt. Trotzdem: Selbst beim entspannten Fahren willst du nicht plötzlich den Halt verlieren. Gerade bei Cruiser-Boards für entspannte Fahrten ist ein griffiges Tape Pflicht, wenn du sicher unterwegs sein willst.

  • Verhindert Wegrutschen bei schnellen Manövern
  • Gibt dir Feedback über die Position deiner Füße
  • Schützt das Holz vor Feuchtigkeit und Abnutzung
  • Ermöglicht präzises Steuern durch Gewichtsverlagerung

Welches Griptape eignet sich am besten für Longboards?

Für Longboards nimmst du in der Regel mittelgrobes bis feines Griptape – deutlich sanfter als das aggressive Skateboard-Tape. Die Körnung liegt meist zwischen 60 und 80, während Skateboard-Tape oft 80–100 erreicht. Feineres Tape schont deine Schuhe und ist angenehmer für längere Fahrten, bietet aber trotzdem ausreichend Grip.

Es gibt auch Clear-Griptape, das das Deck-Design durchscheinen lässt, oder spezielle Colored Grip-Varianten. Wichtig: Die Optik darf nicht auf Kosten der Funktion gehen. Achte auf eine gleichmäßige Körnung und Markenqualität – billiges Tape löst sich schnell an den Rändern oder wird rutschig.

Griptape-Typ Körnung Best For Vorteil
Standard Black 60–80 All-Around, Cruising Robust, günstig, lange Haltbarkeit
Clear / Transparent 70–80 Custom Decks Zeigt Deck-Design, guter Grip
Colored Grip 60–80 Individualisierung Style, aber oft höherer Preis
Extra Fine 40–60 Barefoot, Dancing Schont Schuhe, weniger aggressiv

Wie bringe ich Griptape richtig auf mein Board auf?

Du brauchst: Griptape (10–20 % länger als dein Deck), Cuttermesser, Feile oder Schraubendreher zum Markieren, und idealerweise eine zweite Person. Zuerst reinigst du das Deck gründlich – Staub oder Öl verhindern, dass das Tape klebt. Dann ziehst du die Schutzfolie ab und legst das Tape mittig auf, ohne es sofort anzudrücken.

Lass an allen Seiten etwa 1–2 cm Überstand. Drücke das Tape von der Mitte nach außen fest – am besten mit einem Werkzeug oder der flachen Hand. Luftblasen arbeitest du mit kreisenden Bewegungen raus. Dann markierst du die Kanten mit einem Schraubendreher von unten und schneidest das überstehende Tape im 45-Grad-Winkel ab. Feile die Kanten glatt.

  1. Deck säubern und trocknen lassen
  2. Griptape mittig auflegen, Überstand lassen
  3. Von der Mitte nach außen fest andrücken
  4. Luftblasen mit kreisenden Bewegungen entfernen
  5. Kanten von unten markieren
  6. Überstände im 45-Grad-Winkel abschneiden
  7. Kanten mit der Feile glätten
  8. Montagelöcher mit dem Schraubendreher durchstechen

Wenn du dein erstes Board als Anfänger aufbaust, nimm dir Zeit – einmal falsch aufgeklebt, lässt sich Griptape kaum ohne Schäden entfernen.

Wie oft muss ich mein Griptape wechseln?

Das hängt von deiner Fahrweise ab. Bei täglichem Gebrauch und aggressivem Fahrstil kann das Tape nach 3–6 Monaten abgenutzt sein. Cruiser, die nur gelegentlich fahren, kommen auch 1–2 Jahre ohne Wechsel aus. Entscheidend ist, ob du noch sicheren Halt hast – wenn deine Schuhe rutschen oder das Tape glatt und glänzend wird, ist es Zeit für neues Grip.

Auch Feuchtigkeit und Schmutz setzen dem Material zu. Wenn sich an den Rändern Ecken lösen oder das Tape Risse zeigt, solltest du reagieren. Ein abgenutztes Tape ist ein Sicherheitsrisiko, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten oder technischen Manövern.

Kann ich Griptape reinigen statt es zu wechseln?

Ja, regelmäßiges Reinigen verlängert die Lebensdauer deutlich. Du kannst eine weiche Bürste oder eine alte Zahnbürste mit etwas Wasser und mildem Reiniger verwenden. Reibe in kreisenden Bewegungen über das Tape und wische den Schmutz mit einem feuchten Tuch ab. Lass das Board komplett trocknen, bevor du wieder fährst.

Für hartnäckige Flecken gibt es spezielle Griptape-Radierer oder grobes Schleifpapier, das die oberste Schmutzschicht abträgt. Aber Vorsicht: Zu aggressives Schrubben kann die Körnung beschädigen. Wenn du hochwertige Skate-Schuhe mit gutem Grip trägst, bleibt das Tape länger sauber, weil weniger Abrieb entsteht.

Welche Fehler sollte ich beim Aufbringen von Griptape vermeiden?

Der häufigste Fehler: Das Tape zu früh komplett andrücken. Einmal aufgeklebt, lässt es sich nicht mehr neu positionieren. Leg es deshalb erst locker auf und korrigiere die Position, bevor du Druck ausübst. Ein weiterer Klassiker: Zu wenig Überstand lassen. Wenn du zu knapp schneidest, fehlt dir Material an den Kanten, und das Tape löst sich schneller.

Vermeide außerdem, bei kalten Temperaturen zu arbeiten – der Kleber haftet dann schlechter. Und schneide das überstehende Tape nie gerade ab, sondern immer schräg. So vermeidest du scharfe Kanten, die sich hochbiegen oder an deinen Schuhen hängen bleiben.

  • Nicht zu früh festdrücken – erst Position checken
  • Genug Überstand lassen (1–2 cm)
  • Bei Raumtemperatur arbeiten (mindestens 15 °C)
  • Nie gerade abschneiden, immer schräg feilen
  • Luftblasen sofort entfernen, nicht ignorieren

Gibt es Unterschiede zwischen Longboard- und Skateboard-Griptape?

Grundsätzlich ist das Material ähnlich, aber die Körnung unterscheidet sich. Skateboard-Tape ist deutlich gröber (80–100), weil Tricks wie Ollies oder Kickflips maximalen Grip verlangen. Longboard-Tape ist feiner (60–80), da der Fokus auf Komfort und Langstrecken liegt. Du kannst theoretisch Skateboard-Tape auf einem Longboard verwenden, aber es scheuert deine Schuhe schneller durch und ist bei längeren Fahrten unangenehm.

Umgekehrt funktioniert Longboard-Tape auf einem Skateboard nur bedingt – für technische Tricks fehlt oft der nötige Halt. Wenn du ein Board für raue Asphaltflächen aufbaust, ist die Tape-Wahl weniger kritisch als bei einem Street-Setup.

Kann ich Griptape-Designs selbst gestalten?

Absolut. Viele Skater schneiden Muster oder Logos aus dem Tape, bevor sie es aufkleben, oder nutzen mehrere Farben für Kontraste. Du kannst auch mit einer Schablone und einem Cuttermesser arbeiten – schneide das Design aus, klebe das Tape auf und entferne die ausgeschnittenen Teile. Alternativ gibt es bedrucktes Griptape oder Clear Grip, das dein Deck-Design durchscheinen lässt.

Wichtig: Jede Aussparung im Tape reduziert den Grip. Halte funktionale Bereiche (z. B. Standpositionen) immer vollständig mit Tape bedeckt. Style ist cool, aber Sicherheit geht vor. Wenn du dir unsicher bist, schau dir Tutorials an oder übe erst auf einem alten Deck.

Häufige Folgefragen

Wie entferne ich altes Griptape ohne das Deck zu beschädigen?

Erwärme das Tape mit einem Föhn auf 50-60 Grad – der Acrylkleber wird weich und löst sich leichter. Beginne an einer Ecke, hebe das Tape mit einem Spachtel an und ziehe es in flachem Winkel von dir weg. Niemals senkrecht hochreißen, das löst Holzfasern aus dem Top-Veneer. Klebereste entfernst du mit Aceton oder Bremsenreiniger und einem weichen Tuch. Für lackierte Cruiser-Decks vorher an einer Ecke testen – manche Lacke reagieren empfindlich auf Aceton.

Welche Griptape-Marken empfehlen Profis für Longboards?

Für klassische Longboards setzen viele Profis auf Vicious Grip oder Jessup Ultragrip – beide bieten 36- bis 48-Zoll-Blätter mit feiner 60er-Körnung, die langlebig und schuhschonend ist. Für Downhill und Freeride ist Mob Grip xtra-coarse die Wahl, weil maximaler Halt zählt. Bei Dancing-Boards greifen Skater zu Octane Sport Smooth Grip – fast geräuschlos und mit Cross-Step-Bewegungen kompatibel. Preislich liegst du bei 8-18 Euro pro Blatt.

Kann ich Griptape auch auf Plastik-Decks oder Pennyboards anbringen?

Ja, aber mit Einschränkungen. Standard-Penny-Boards haben eine eingegossene Waffelstruktur statt klassischem Grip. Wenn du zusätzliches Griptape drauf willst, reinige das Plastik gründlich mit Isopropanol – der Acrylkleber haftet sonst nicht. Nimm dünnes, flexibles Tape (60er-Körnung) statt steifes Skateboard-Tape; letzteres löst sich auf der gewölbten Penny-Oberfläche schnell ab. Halt: Maximal 6-12 Monate, dann musst du nacharbeiten.

Was mache ich, wenn sich Luftblasen unter dem Griptape bilden?

Kleine Blasen unter 5 mm stichst du mit einer Stecknadel an und drückst die Luft mit dem Daumen oder einem Schleifstein flach. Bei größeren Blasen (über 10 mm) erwärme die Stelle kurz mit dem Föhn – der Kleber wird wieder klebrig und du kannst die Blase ausstreichen. Letzter Ausweg bei hartnäckigen Wölbungen: Tape an der Stelle mit dem Cutter im Kreuz einschneiden, glattdrücken und die Schnitte mit einem schmalen Streifen Tape überkleben. Verhindern lässt sich das Problem komplett, wenn du beim Aufkleben konsequent von der Mitte nach außen arbeitest.